Aufbruch nach Namibia

Meeresstille

Tiefe Stille herrscht im Wasser,
Ohne Regung ruht das Meer,
Und bekümmert sieht der Schiffer
Glatte Fläche ringsumher.
Keine Luft von keiner Seite!
Todesstille fürchterlich!
In der ungeheuren Weite
Reget keine Welle sich.

Glückliche Fahrt

Die Nebel zerreißen,
Der Himmel ist helle,
Und Äolus löset
Das ängstliche Band.
Es säuseln die Winde,
Es rührt sich der Schiffer.
Geschwinde! Geschwinde!
Es teilt sich die Welle,
Es naht sich die Ferne;
Schon seh ich das Land!

Goethe

02.02.2007, Aufbruch

Absoluter Tiefpunkt, die ganzen Abschiede… Habe noch keine Ahnung, wie ich den ganzen Kram auf der Karre unterbringen soll.
Nur noch ein paar Stunden bis Aufbruch…
Ich kann nicht schlafen, stehe um 3 Uhr nachts auf und schaffe es tatsächlich, bis Samstag morgen 7 Uhr alles fertig zu haben.

03.02.2007, Flug

Dann der endgültige Abschied. Traurig. Karen und die Jungs bleiben zurück…

Jochen bringt mich nach Frankfurt an den Flughafen. Luftfracht, Zoll, Sicherheitscheck, Boarding, ich erlebe alles wie in Trance. Pünktlich 22:30 hebt die Maschine ab.

Es geht los!

1:00 Wir überfliegen die Küste Tunesiens. Eines Tagen werden Brigo und ich vielleicht von Süden kommend hier ans Mittelmeer gelangen. Was wird dann sein?

3:00 Immer noch Sahara unter uns. Der Vollmond spiegelt sich in den Tragflächen und taucht die Nacht in ein geisterhaftes Licht. Am westlichen Horizint geht Orion unter

7:00 Afrika liegt unter einer dicken Wolkendecke. Über Namibia verschwindet der Dunst.
Wir landen.

04.02.2007, Ankunft

Endlich auf der Lodge angekommen.
Sitze draußen in der Abendsonne. Kein Laut ist zu hören außer ein paar Vögel.
Die Lodge liegt auf einem Hügel. Der Blick schweift über das tiefer liegende Buschland bis zu den Bergketten am Horizont.
Das Licht der tief stehenden Sonne modelliert in der klaren Luft jede noch so kleine Kontur messerscharf heraus.

Bin erst nach Mittag vom Flughafen los gefahren. Die Formalitäten bei Zoll und Cargo gingen afrikanisch langsam. Die Leute haben keine Eile, waren entspannt und gut gelaunt.
Ich auch, aber auch sehr müde.
Dann noch voll tanken und los! Die ersten km sind ungewohnt, meine schöne lc8 mit dem ganzen Gepäck und Sprit, sehr schwer.
Dann rechts ab, die erste Piste. Nehme nicht den direkten Weg über Windhoek, will ins Gelände. Ein Schild ermahnt zur Vorsicht, ich öffne das Gatter und lass Brigo laufen.
Und dann ist es wieder da.
Dieses intensive Gefühl eins zu sein mit dem Motorrad. Die Kraft des großen V2 im ganzen Körper zu spüren, den Sound zu hören, wenn es frei durchatmen kann. Die Gelassenheit, mit der es dem Weg folgt. Wir sind alleine, die Piste verschwindet am Horizont in grenzenloser Weite.
Gänsehaut…

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